Thud - Eine historische Übersicht

© 2002 Terry Pratchett
© 2002 Übersetzung Jens Kleine

Diese Kurzgeschichte von Terry Pratchett zur Entstehung des Thud-Spiels darf exklusiv hier bei uns veröffentlicht werden, wofür wir uns bei Terry Pratchett und Bernard Pearson bedanken möchten. Es wurde von ihnen nicht gestattet, sie auf anderen Internetseiten oder in irgend einer anderen Form zu veröffentlichen.

Die Rolle von Spielen in der Geschichte der Zwerge und der der Trolle war sehr bedeutend.

Das vielleicht bekannteste war das zwergische Spiel Hnaflbaflsniflwhifltafl, entwickelt vom geschickten Erfinder Mürrisch Starkimarm für Hugen, Niederem König der Zwerge. Hugen verlangte nach einem Spiel, das den jungen Zwergen die Tugenden von Aufmerksamkeit, strategischer Planung, Kühnheit und schnellem Denken lehren sollte. Und so erfand Mürrisch ein Brettspiel, das schon einige Ähnlichkeiten mit dem Thud-Brett besaß.

Das Spiel fegte wie ein Sturm durch die Welt der Zwerge und wurde sehr populär. Hugen, war darüber sehr erfreut und fragte Mürrisch, was dieser als Belohnung verlange. Der Überlieferung zufolge, antwortete der Erfinder: "Wenn es Eurer Majestät beliebt, möchte ich um nicht mehr bitten, als dass Ihr mir ein Plk [ein damals übliches kleines Goldstück] auf das erste Feld, zwei auf das Zweite, vier auf das Dritte und so weiter legt, bis das Spielbrett gefüllt ist."

Der König stimmte diesem bereitwillig zu und ließ einen Sack Gold aus seiner Schatzkammer bringen. Jedoch verging nicht viel Zeit beim Zählen, bis klar wurde, dass Mürrisch tatsächlich das gesamte Gold des Universums verlangt hatte.

Dies stellte ein Problem für den König dar, der ja sein Wort gegeben hatte. Er löste es jedoch, indem er seine Axt zückte und zwei seiner Bediensteten befahl Mürrisch rüber zum Fenster zu zerren, weil dort das Licht besser war. An dieser Stelle änderte Mürrisch seine Forderung hastig in "soviel Gold, wie er tragen könne", woraufhin Hugen zustimmte und nur einen seiner Arme brechen ließ. "Damit", verkündete er, "alle wissen sollen, dass Hnaflbaflsniflwhifltafl zwar Aufmerksamkeit, strategische Planung, Kühnheit und schnelles Denken lehrt, es aber trotzdem äußerst wichtig ist zu wissen, wann man keine drhg'hgin Tricks versuchen sollte"

Trollspiele sind stark mit der Trollreligion verbunden und manche von ihnen sind recht schwer zu verstehen. Es gibt ein Spiel, das wie eine vereinfachte Form von Schach aussieht. In diesem besteht das Spielen darin, die Steine auf dem Brett aufzustellen und darauf zu warten, dass sie sich bewegen. Und in einem anderen Spiel werden Steine hoch in die Luft geworfen und die Spieler wetten darauf, ob sie wieder herunterfallen werden oder nicht. Bei diesem Spiel kann man ziemlich viel Geld gewinnen.

Das Koom Tal

Die traditionelle Feindschaft zwischen Zwergen und Trollen wurde durch eine simple Aussage wegerklärt: Die eine Spezies besteht aus Felsen, die andere aus Minenarbeitern. Aber in Wahrheit besteht diese Feindschaft, weil sich niemand mehr an eine Zeit erinnern kann, zu der sie nicht bestand und so macht man weiter, weil alles schließlich nur aus völlig gerechtfertigter Rache für die Rache, die als Antwort auf die Rache für die Vergeltung die zu einem früheren Zeitpunkt geschehen ist, getan wird und so weiter... Menschen tun so etwas nicht... häufig.

Es existieren mindestens drei Stellen in Koom, die von sich behaupten, das Koom Tal zu sein und von wenigstens vierzehn große Schlachten nimmt man an, dass sie dort stattgefunden haben, was auch immer sich als "dort" herausstellen mag.

Der wahrscheinlichste Ort für das Koom Tal, der sich auch wirklich im Koom Tal befindet, ist ein einsamer, angsteinflössender Ort. Selbst Sturmwolken machen eine Bogen darum. Von einigen Zauberern in der Geschichtsabteilung der Unsichtbaren Universität wird vermutet, dass die Felsformationen in diesem Tal, die im Weg der vorherrschenden Winde stehen, mit einer Frequenz schwingen, die beträchtliches Unbehagen und üble Laune in den Gehirnen von Zwergen, Trollen und Menschen hervorruft. Aber Versuche dies experimentell zu beweisen scheiterten bereits drei mal, da Kämpfe zwischen den Forschern ausbrachen.

In der letzten Schlacht kämpfte einer Gruppe junger Zwerge aus Ankh-Morpork, die diesen Ort als Teil eines Kulturausflugs besuchte. Stadtzwerge sind der Meinung, dass es sehr wichtig für ihre Nachkommen ist, mit ihren zwergischen Wurzeln in Kontakt zu bleiben und schicken sie daher oft zurück nach Kupferkopf oder Überwald, was sie dann als "Minen Zeit" bezeichnen. Unglücklicherweise besuchte an diesem Tag ebenfalls eine Gruppe junger Trolle aus recht ähnlichen Gründen die Gegend. Nachdem sie sich einige Schimpfwörter an den Kopf geworfen hatten, gingen sie zum Kampf über und führten dabei eine sehr schwungvolle Neuauflage früherer Schlachten auf.

Das Thud-Spiel wurde als Alternative zu den Kämpfen erdacht. Einige alte Zwerge und Trolle waren der Ansicht, dass eine unblutige Art der Auseinandersetzung ein Schritt zum Frieden in den Bergen sein könnte und nebenbei gingen ihnen so langsam die Leute aus. Und, in Gedenken an den allgemeinen Zustand all der erfolglosen Kämpfer in den Kriegen, besteht das Spiel aus zwei Hälften.

"Denn", so sagte einst Plateau, ein trollischer Philosoph, "wenn du wollen versteh'n ein Feind, du müssen gehen eine Meile in seine Schuhe. Dann, wenn er immer noch ist dein Feind, du wenigstens bist eine Meile weg und er keine Schuhe mehr."

Eine Legende besagt, dass sich einst eine große Kampftruppe Zwerge und eine kleinere Trolle in dem Tal gegenseitig jagten und dass der Anführer der Trolle bei dieser Gelegenheit ein interessantes Manöver versuchte. Normalerweise hätten sich die beiden Gruppen zwischen den großen Felsen, die das Tal säumen, gejagt, aber dieses mal positionierte der Trollanführer seine Kompanie mitten auf freiem Feld, da er vermutete, dass die Zwerge dort nie nach ihnen suchen würden.

"Am Ende", soll er laut Überlieferung gesagt haben, "sie uns immer finden doch, wenn wir verstecken hinta die Felsen, weil hinta die Felsen sie suchen, also wir unz stellen direkt in die Freie und sie werden nicht finden unz, weil dort nichts gibt, wohinta sie könnten suchen."

Dieser bedeutende Fortschritt im trollischen Denken hatte einen gewissen Erfolg, da an diesem Morgen dichter Nebel, recht ungewöhnlich für diese Gegend, aufgezogen war. Jedoch verzog sich dieser kurz nach Sonnenaufgang und die Trolle wurden, im Widerspruch zu dem, was einwandfreie Logik schien, sofort entdeckt. Eine Schlacht entbrannte. Beide Seiten beschuldigten die andere geschummelt zu haben und beide Seiten beanspruchten den Sieg für sich.

Das Thud-Spiel versucht dies nachzustellen und es wird ihm nachgesagt, die Anzahl von großen Kriegen zwischen Zwergen und Trollen erheblich gesenkt zu haben und diese dafür durch unzählige Kneipenschlägereien zu ersetzen, bei denen Thud-Bretter und manchmal Figuren als Waffen benutzt werden. Aber da es sich hierbei lediglich um eine Polizeiangelegenheit handelt, zählt es als Frieden...

Thud - a historical perspective

© 2002 Terry Pratchett

Diese Kurzgeschichte von Terry Pratchett zur Entstehung des Thud-Spiels darf exklusiv hier bei uns veröffentlicht werden, wofür wir uns bei Terry Pratchett und Bernard Pearson bedanken möchten. Es wurde von ihnen nicht gestattet, sie auf anderen Internetseiten oder in irgend einer anderen Form zu veröffentlichen.

The role of games in the histories of both dwarfs and trolls has been very important.

Perhaps the most famous was the dwarfish game of Hnaflbaflsniflwhifltafl, devised by the cunning inventor Morose Stronginthearm for Hugen, Low King of the Dwarfs. Hugen had asked for a game that would teach young dwarfs the virtues of preparedness, strategy, boldness and quick thinking, and Morose came up with a board game that has some early resemblance to the Thud board.

The game swept through the dwarfish world, and was very popular. Hugen, being well pleased, asked Morose what he wanted as a reward. The inventor is on record as saying: "If it please you, your majesty, I ask for nothing more than that you should place one plk [a small gold piece then in general circulation] on the first square, two on the second, four on the third and so on until the board is filled."

The king readily agreed to this, and had a sack of gold brought from the treasury. However, the count had not been going on for very long before it became clear that what Morose had asked for was, in fact, all the gold in the universe.

This presented a problem for the king, who had given his word, but he solved it by producing his axe and ordering two of his servants to drag Morose over to the window, where the light was better. At this point Morose hastily amended his request to "as much gold as he could carry", whereupon Hugen agreed and merely had one of his arms broken. "For," he said, "all should know that while Hnaflbaflsniflwhifltafl teaches preparedness, strategy, boldness and quick thinking, it is also important to know when not be too drhg'hgin clever by half."

Troll games are closely bound up with troll religion and some are quite hard to understand. There is a game like a simplified form of chess, in which play consists of putting the pieces on the board and waiting for them to move, and another in which stones are thrown up into the air and players bet on whether or not they will come down. Quite a lot of money can be won that way.

Koom Valley

The traditional enmity between dwarfs and trolls had been explained away by one simple statement: one species is made of rock, the other is made of miners. But in truth the enmity is there because no one can remember when it wasn't, and so it continues because everything is done in completely justifiable revenge for the revenge that was taken in response to the revenge for the vengeance that was taken earlier, and so on. Humans never do this sort of thing, much.

There are at least three sites in Koom claiming to be the Koom Valley and at least fourteen major battles are now believed to have been fought there, wherever there turns out to be.

The most likely site of Koom Valley, which is in Koom Valley, is a lonely, foreboding place. Even storm clouds go around it. It has been suggested by some wizards in the History Department at Unseen University that the rock formations in the valley, in the path of the prevailing winds, vibrate at a frequency that causes considerably unease and ill- temper in the brains of dwarfs, trolls and men, but attempts to prove this experimentally have failed three times because of fights breaking out amongst the researchers.

The most recent battle was between a party of young dwarfs from Ankh-Morpork, who were visiting the area as part of a cultural tour. City dwarfs feel that it is very important for their offspring to stay in touch with the roots of dwarfishness, and often send them back to Copperhead or Uberwald for what is known as some 'mine time'. On this day, unfortunately, a party of young trolls were also visiting the area for very similar reasons, and after some name-calling they fell to fighting and gave a very spirited recreation of the earlier battles.

The game of Thud was devised as an alternative to the fighting. It was considered by some older dwarfs and trolls that a non-fatal means of contest might be a boon to peace in the mountains and, besides, they were running out of people. And, in recognition of the general state of all unsuccessful fighters in the wars, it is a game of two halves.

"For", according to the trollish philosopher Plateau, "if you wants to understan' an enemy, you gotta walk a mile in his shoes. Den, if he's still your enemy, at least you're a mile away and he's got no shoes."

Legend says that a large war party of dwarfs and a smaller one of trolls were hunting one another in the valley, and that on this occasion the leader of the trolls tried an artful strategy. Usually, both groups would hunt each other among the big rocks that litter the valley, but this time the troll leader positioned his company right out in the middle of a stretch of open ground, reasoning that the dwarfs would never look there.

"After all', he is recorded as saying, "dey always find us when we hide behind fings 'cos dey look behind fings, so if we stands out in the open they won't find us 'cos dere's nuffin to look behind".

This major step in trollish thinking had some success because of the heavy fog that, most unusually, had fallen that morning. However, it lifted shortly after sunrise, and the trolls were, to the confoundment of what seemed like impeccable logic, immediately spotted. Battle ensued, both sides claiming foul play on the part of the other, and both sides claiming to have won.

The Thud game seeks to recreate this and has been credited with seriously reducing the number of major wars between dwarfs and trolls, replacing them instead with innumerable bar room scuffles in which Thud boards, and sometimes pieces, are used as the weapons. But since this becomes merely a police matter, it counts as peace...

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