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Cover Gotteslüge deutsch

Faris Iskander von der Sondereinheit für die Ermittlung bei religiös motivierten Verbrechen, kurz SERV, in Berlin ist überrascht, als ihn fünf Monate nach seinem letzten großen Fall seine Ex-Verlobte Laura anruft. Sie hatte ihn verlassen, um mit einem anderen Mann ein Kind zu bekommen. Jetzt will sie diesen Mann ebenfalls verlassen. Faris ist sich nicht ganz sicher, was sie von ihm will, willigt aber ein, sich mit ihr in einem Hotel zu treffen. An der Bar sprechen sie nur kurz über ihre Beziehung, bevor Laura auf ihr Zimmer will. Faris begleitet sie bis zur Tür, lässt sie dann aber abblitzen.

Als ihn am nächsten Morgen ein Anruf beim Joggen auf dem Tempelhofer Feld erreicht und sein Vorgesetzter ihn genau in das Hotel bestellt, in dem er Laura in der vorherigen Nacht zurückgelassen hat, kann er sich schon ausmalen, was ihn erwarten wird. Zusammen mit seinem Kollegen Marc rast er durch die Stadt und steht wenige Augenblicke später vor Lauras Leichnam. Nachdem er sie verlassen hat, scheint sie Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein.

Noch bevor er selber eine Aussage zu Laura zu Protokoll geben kann, klingelt erneut sein Handy. Es gab eine Geiselnahme an der Gedächtniskirche und der Täter verlangt Iskander persönlich. Er lässt seine Kollegen stehen und eilt sofort zum neuen Tatort. Hier erwartet ihn eine noch größere Überraschung. Der Täter ist Önur, ein Jugendlicher aus Neukölln, den Faris durch die Sozialarbeit seines Schwagers kennt. Er hat eine Mutter und deren Tochter in einem Fair-Trade-Laden im Seitenturm der Kirche als Geiseln genommen. Als Faris den Laden betritt, ist Önur derjenige, der überrascht ist. Er war nicht derjenige, der am Telefon nach Faris verlangt hat. Jemand anderes scheint im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Dies wird umso deutlicher, als Önur ihm eine Botschaft ausrichtet, bevor er sich selbst in die Luft sprengt: Die nächste Bombe wird Faris selbst auslösen.

Für Faris ist es das dritte Mal, dass er mit Bombenanschlägen in Berührung kommt. Nach dem ersten Selbstmordattentäter, den er nicht stoppen konnte, hat ihm sein damaliger Partner Paul immer wieder gesagt, dass nicht er es war, der den Auslöser gedrückt hat. Bei der Anschlagsserie fünf Monate zuvor kam dann Paul selber durch eine Bombe ums Leben. Diese Ereignisse hat er noch nicht vollständig verarbeitet und nun reißt ein Unbekannter mit gezielten Worten erneut diese Wunden weit auf. Und den Worten will er Taten folgen lassen, wie er Faris und der SERV kurz darauf per Telefon ausrichtet.

Gotteslüge ist erneut durchweg spannend und fesselnd. Iskanders Jagd durch Berlin hat ein noch höheres Tempo als im ersten Band. Während Iskander noch etwas weiter in den Vordergrund rückt, ist die Hilfe, die das restliche SERV beisteuert diesmal jedoch geringer. Zwei Dinge haben mir an Gotteslüge nicht ganz so gut gefallen. Zum einen ist der Band nicht so in sich abgeschlossen wie 40 Stunden und zum anderen die ständige Wiederholung der Phrase Der Mann, der Vergeltung wollte. Mindestens fünfzehn Mal wird diese Formulierung verwendet, teils in aufeinanderfolgenden Sätzen. Da hätte mir einmal pro Kapitel und anschließend Er oder Der Mann gereicht. Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie Iskander in weiteren Büchern der Reihe nach dem, was er alles erlebt hat, noch funktionieren kann.

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