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Cover Blutbuche deutsch

Emma Carrow von der analytischen Fallanalyse des LKAs in Berlin wird ins Büro des Polizeipräsidenten bestellt. Zunächst befürchtet sie, dass die Aufforderung etwas mit ihrem Auftritt in einer TV-Talkshow zu tun haben würde. Doch dann wird sie mit einer neuen Analyse beauftragt. Die polnische Polizei hat drei Briefe erhalten. Angeblich wurden deutsche Frauen in Polen entführt, werden seit Wochen festgehalten und vergewaltigt. Der Entführer hat sie die Briefe schreiben lassen und sie selber an die Polizei geschickt. Bisher hat die polnische Polizei die Sache nicht sehr ernst genommen und auch die deutsche Polizei geht davon aus, dass hier nur jemand Panik verbreiten möchte. In wenigen Tagen will jedoch der Vertriebenenverband mit den Briefen an die Öffentlichkeit gehen und sie zur Stimmungsmache gegen den Staat benutzen. Bis dahin soll Emma die Briefe untersuchen, ein Profil erstellen und einen Bericht veröffentlichen, der aussagen soll, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass ein echter Täter mit so einem Profil existiert.

Auch das Team der analytischen Fallanalyse ist der Meinung, dass es sich bei den Briefen um einen Streich handelt und Emma schreibt zunächst davon beruhigt ihr Gutachten. Doch dann kommen ihr plötzlich Zweifel. Es besteht die Möglichkeit, dass sich hinter den Briefen ein Profi verbirgt, der etwas beabsichtigt, dass für sie noch nicht offensichtlich ist. Als sie ihr Gutachten zurückziehen will, lädt sie ihre polnische Kollegin Kaja ein, in Görlitz einen Verdächtigen zu verhören. Der Mann ist verrückt und hat schon tausende von Drohbriefen verfasst, die die Polizei gerade mühsam sichtet. Er hat die Tat auch schon gestanden, aber nach einem kurzen Gespräch ist sich Emma sicher, dass dieser Mann nichts mit den drei Briefen zu tun hat, die sie zur Analyse erhalten hat.

Am Morgen nach der Pressekonferenz, bei der Emma ihr Gutachten präsentiert hat, wird sie von einem Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes aus dem Bett geklingelt und bedroht. Sie habe gefälligst kein Wort darüber zu verlieren, dass das Analyseergebnis in der veröffentlichten Form vorgegeben war. Emma weiß gar nicht, was überhaupt los ist. Erst im LKA erfährt sie dann, dass die abgetrennten Köpfe von fünf Frauen in Polen gefunden wurden und die DNA von einem der Köpfe zu der passt, die auf den Briefen gefunden wurde. Der Fall liegt offiziell bei der polnischen Polizei und Kaja leitet weiter die Ermittlung. Doch da das Opfer in Berlin gelebt hat, kann Emma nicht lockerlassen und geht auf eigene Faust auf Spurensuche in der deutschen Hauptstadt. Dabei werden ihr immer wieder vom Polizeipräsidenten und dem Auswärtigen Amt Steine in den Weg gelegt. Davon lässt sich Emma nicht aufhalten. Sie will wissen, was der Täter für ein Spiel spielt.

Blutbuche ist äußerst faszinierend und spannend geschrieben. Emma ist bei weitem nicht mehr so unerträglich selbstzerstörerisch, wie im ersten Band. Auch ihre Gewaltfantasien kommen nicht mehr vor. Leider hat sie immer noch die Tendenz sich, ohne jemanden vorher darüber zu informieren, in hochgefährliche Situationen zu begeben. Recht geschickt gelingt es dem Autorenpaar immer wieder Hinweise auf die beiden Hauptverdächtigen einzustreuen, so dass man sich als Leser nie sicher sein kann, wer nun der Täter ist.

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