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Neuntöter

Tags: Thriller
27.03.2016
Rezensionsexemplar
Lesung Neuntöter

Emma Carow arbeitet als Fallanalystin beim Berliner LKA. Zwar ist sehr gut beim Erstellen von Täterprofilen, doch an der sozialen Kompetenz mangelt es bei ihr. Dies bringt nun die erhoffte Beförderung in Gefahr, auf die sie schon so lange hingearbeitet hat. Zusammen mit einem neuen Fall erhält sie an diesem Morgen mit Felix Schreiner einen neuen Kollegen und Konkurrenten um die Stelle.

Am Potsdamer Platz wurden drei mit Panzertape mumifizierte Leichen hoch oben in einem Baugerüst aufgehängt und die Ermittler benötigen schnell ein Profil des oder der Täter. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es nach so einer öffentlichen Zurschaustellung der Leichen weitere Opfer geben wird, so dass die Zeit drängt.

Für ihre Analyse benötigt sie möglichst viele Informationen über die drei Opfer. Dabei handelt es sich um zwei junge Frauen und einen obdachlosen Mann. Das Ermittlerteam hält diesen für jemanden, der nicht ins Beuteschema des Täters passt und vermutlich eher getötet wurde, weil er etwas mitbekommen hat. Doch Emma glaubt, dass jedes Opfer bewusst ausgewählt wurde und will von den Ermittlern mehr Informationen. Als diese ihren Wünschen nicht nachkommen, nutzt sie die Wortgewandtheit ihres neuen Kollegen, um sie doch in Richtung des Obdachlosen forschen zu lassen.

Als die Mannschaft des LKA versucht den Tathergang nachzustellen, wird Emma schnell klar, dass eine größere Gruppe zusammengearbeitet haben muss, denn alleine oder zu zweit wäre es nicht machbar gewesen. Emma und versucht sich an einer ersten Analyse des Anführers der Gruppe, den sie für einen charmant rüberkommenden Planer hält.

Neuntöter ist ein sehr spannender und über lange Strecken fesselnder Thriller, der zum Mitraten einlädt. Leider haben mir einige Dinge gar nicht gefallen.

Emma verfällt immer wieder in Phantasien eines mutigeren oder aggressiveren Selbst, die so geschrieben sind, als würde das gerade jetzt passieren und dann immer aufgelöst werden mit einer Formulierung in der Art von "Das hätte sie jetzt gerne getan. Tat sie aber nicht." Auf Grund der Häufigkeit mit der das in der ersten Hälfte des Buchs vorkommt, nervt es recht schnell.

In der Mitte des Buchs hat Emma eine äußerst selbstzerstörerische, nicht nachvollziehbare Phase, bei der ich fast aufgehört hätte zu lesen. Gegen Ende habe ich mehrfach das Buch zur Seite gelegt und brauchte etwas, bevor ich weiterlesen konnte und das nicht etwa wegen grausamer Folterszenen, sondern weil sich Emma so dumm verhält und sich selbst unnötig in Gefahr bringt, so dass das Lesen einfach keinen Spaß mehr gemacht hat. Die Autoren haben bei der Premierenparty gesagt, dass Emma kein Charakter ist, den man großartig mögen wird, doch als Leser des Romans hat man nur Emma als Fenster auf die Handlung. Wenn diese dann allem, sich selbst eingeschlossen, mit einer negativen Perspektive und Zerstörungswut begegnet, fällt es schwer, Freude am Buch aufkommen zu lassen, auch wenn der Fall und die Täter an sich interessant und ungewöhnlich sind.

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Cover Blutbuch deutsch

Nach der Zerstörung des Sanktuariums ist Furia Salamandra Faerfax in den Nachtrefugien gestrandet. Hier trifft sie auf Siebenstern, dem Erfinder der Bibliomantik, und auf Phaedra mit ihrer Armee von Tintenlingen. Da Siebenstern seine Kräfte verloren hat, ist Furia die einzige, die noch Änderungen an den Büchern der Schöpfung vornehmen kann und beide wollen sie zu diesem Schritt bewegen. Doch Furia glaubt, dass dies zu gefährlich ist. Das Umschreiben der Schöpfungsbücher verändert die Vergangenheit und die Gegenwart. Folgt sie Siebensterns Wünschen, werden die Exlibri für deren Gleichberechtigung Furia im Widerstand kämpft, niemals existiert haben. Er hält dies für die beste Lösung und will mit seinem Plan Phaedra hintergehen. Am meisten reizt Furia an dem Plan, dass sich die Schöpfungsbücher in ihrem Zuhause befinden und Phaedra sie dorthin schicken müsste. Dies scheint der einzige Ausweg aus den versiegelten Nachtrefugien zu sein. Phaedra will Furia jedoch nicht alleine gehen lassen.

Unterdessen suchen Isis und Duncan nach einer Möglichkeit Furia zu finden und zu retten. Dazu müssen sie mehr über die Ideen herausfinden, von denen sie verschlungen wurde und die nach und nach immer größere Teile der Seiten der Welt auslöschen. Isis macht dabei aber ihre zunehmende Abhängigkeit vom Absolonbuch sehr zu schaffen und bringt sie immer wieder in Gefahr. Erste Hinweise finden sie in den Blutbüchern der Familie Faerfax. Diese führen sie auf die Spuren einer alten Widerstandsbewegung, die jedoch nicht gut auf die beiden zu sprechen ist.

Blutbuch wartet mit einigen interessanten Ideen und Wendungen auf. Die Ideen und die neue Regierung bedrohen alle Refugien und es droht die Auslöschung der Seiten der Welt. Um diese große Gefahr aufzuhalten, müssen die Helden erneut große Opfer bringen. Am Ende des Buches stehen viele Möglichkeiten für eine Zukunft offen. Es wäre schön gewesen, noch etwas mehr über Charlotte und ihre zukünftige Politik zu erfahren.

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Oneiros

12.03.2016
Cover Oneiros deutsch

Konstantin Korff arbeitet als Bestatter in Leipzig. Er ist ein angesehener Experte, wenn es um die Konservierung von Leichen geht. So wird er auch häufig international zur Rate gezogen. Einer dieser Aufträge erreicht ihn kurz vor seiner Reise nach Moskau, wo er bei der Auffrischung von Lenins Leichnam helfen beraten soll. Am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle gab es eine Katastrophe. Die Personen an Bord eines voll besetzten Airbus A380 verstarben bei der Landung plötzlich und das Flugzeug rollte ungebremst ins Terminal. Über 800 Menschen kamen ums Leben, unter ihnen auch die Tochter eines reichen, französischen Marquis. Dieser lässt Korff einfliegen, um den Leichnam für eine große öffentliche Trauerfeier in der Kathedrale von Notre Dame herzurichten. Keine leichte Aufgabe, daher hat der Maquis nach dem Besten verlangt und lockt mit hohen Bonuszahlungen. Doch Korff interessiert sich nicht für das Geld, ihm geht es um die professionelle Herausforderung.

In Paris holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Er erblickt das Gesicht eines alten Freundes und Leidensgenossen. Chester Darling, vom britischen Geheimdienst MI6, ist ebenfalls in der Stadt. Er untersucht die Umstände der Katastrophe und hat schon eine genaue Vorstellung von der Unglücksursache. An Bord des A380 war ein Todesschläfer. Wenn Todesschläfer, zu denen auch Chester und Konstantin, gehören, einschlafen, dann sterben andere Lebewesen in ihrer Umgebung. Dies geschieht plötzlich und unaufhaltsam. Je häufiger sie schlafen, umso mehr vergrößert sich ihre Macht und damit der Umkreis in dem die Menschen um sie herum einfach umfallen. Ein mächtiger Todesschläfer kann von einem Moment auf den nächsten eine ganze Stadt auslöschen. Konstantin geht inzwischen sehr vorsichtig mit seinem Fluch um und hat versucht mit seiner Vergangenheit abzuschließen, in der er als Söldner seine Fähigkeiten zum gezielten ausschalten von Zielen missbraucht hat. Wie er von Chester erfährt, befand sich im Flugzeug jedoch ein junger Mann, der kaum Kontrolle besitzt und zudem noch an Narkolepsie leidet. Auf Grund dieser Krankheit schläft er in Stresssituationen augenblicklich ein. Konstantin muss ihn aufspüren, um eine noch größere Katastrophe zu verhindern.

Oneiros wird im Verlauf der Geschichte zunehmend spannender, hat aber auch seine Längen. Zum einen dauerte es mir etwas zu lange, bis anfangs erste Erklärungen kamen und zum anderen zieht sich das Buch etwas bevor es dann auf das Finale zugeht und die Handlungsstränge zusammenlaufen. Der Roman verfolgt einen interessanten Ansatz und kommt mit einem ungewöhnlichen Mix an Charakteren daher, die alle mit ihren persönlichen, moralischen Dilemmata zu kämpfen haben. Letztendlich ist jeder von ihnen für mehrere Tode verantwortlich und bis zum Schluss kann man sich nicht ganz sicher sein, wessen Handlung letztendlich Gutes bewirken wird.

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Cover Ottoline and the Yellow Cat englisch

Ottoline Brown lebt derzeit mit ihrem haarigen Freund Mr. Munroe alleine im Apartment der Familie. Ihre Eltern sind mal wieder auf Reisen, um merkwürdige Objekte für ihre Sammlung zu finden. Sie haben jede Menge Menschen damit beauftragt, sich um Ottoline zu kümmern. So kommen Leute, die ihr die Kopfkissen aufschütteln, das Essen kochen und die Wohnung putzen.

Eines Tages entdeckt Mr. Munroe ein Plakat auf dem eine Frau nach ihrem vermissten Schoßhund sucht. Als er sich genauer umschaut, entdeckt er noch viele solcher Plakate. Anscheinend sind in letzter Zeit viele Schoßhunde verloren gegangen. Als Ottoline sich die Plakate anschaut, bemerkt sie eine Verbindung zu Fotos in der Zeitung. Anscheinend kamen nicht nur die Hunde abhanden, es wurde kurze Zeit später auch in die Wohnungen der Besitzerinnen eingebrochen. Ottoline beschließt der Sache nachzugehen.

Ottoline and the Yellow Cat / Ottoline und die gelbe Katze wurde von Chris Riddell selbst größtenteils monochrom illustriert. Größere Teile des Buches bestehen aus diesen liebevoll detaillierten Abbildungen. Die Umsetzung ist auf Grund der wenigen Anspielungen nicht so ansprechend für Erwachsene Leser, wie die Bücher seiner Goth Girl / Ada von Goth-Reihe. Für junge Leser gibt es aber dennoch viel zu entdecken und mitzufiebern.

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Cover Witches Abroad englisch

In den Spitzhornbergen naht der Tod der Hexe und Guten Fee Desiderata Hohlig. In ihrer Karriere ist sie viel auf der Scheibenwelt rumgekommen und hat vielen Menschen geholfen. Im entfernten Gennua wartet jedoch noch eine unerledigte Aufgabe auf sie. Hier versucht ihre Konkurrentin Lady Lilith de Tempscire das Schicksal der jungen Ella in die Form eines Märchens zu pressen und geht dabei über Leichen. Mit Hilfe ihrer Magie hat sie sich bereits zur Herrscherin der Stadt gemacht. Desiderata war nie mächtig genug, sich ihr entgegen zu stellen. Jetzt muss sie ihren Zauberstab und diese Aufgabe weiterreichen.

Um gegen Lilith eine Chance zu haben, braucht es mehr als eine Hexe. Insbesondere wird Esme Wetterwachs, die wohl starrköpfigste und mächtigste Hexe der Scheibenwelt, benötigt. Doch Esme gibt man keine Befehle. Um sie zu etwas zu bewegen, muss man umgekehrte Psychologie anwenden. Und so hinterlässt Desiderata ihren Zauberstab der jungen Hexe Magrat Knoblauch mit der expliziten Anweisung, Esme Wetterwachs und ihre Freundin Nanny Ogg nicht mit nach Gennua zu nehmen, um Ella zu helfen.

Ihre Strategie geht auf, den nur zwei Tage nach ihrem Tod machen sich die drei Hexen mit ihren fliegenden Besen gemeinsam auf nach Gennua. Die Reise ist lang und wartet mit vielen neuen Erfahrungen auf und Gefahren auf, denen sich die Hexen jedoch nicht immer bewusst sind. Je näher sie jedoch ihrem Ziel kommen, umso deutlicher wird der Einfluss von Lady Lilith spürbar.

Witches Abroad / Total verhext ist einer der klassischen Discworld / Scheibenwelt-Romane gespickt mit viel Humor und weisen Worten. Obwohl das Buch bereits 1991 erschienen ist, zeigt es keinerlei Alterserscheinungen und bietet nach wie vor ein spritziges Lesevergnügen.

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