Meine Bücherwürmer


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Cover The Faceless Ones

Skulduggery hat seinen Job als Ermittler für das Sanktuarium noch immer nicht zurück. Den Großmagier als Verräter zu bezeichnen hat so seine Konsequenzen. Doch gerade jetzt könnte das Sanktuarium Skulduggery Pleasant und seine Schülerin Walküre Unruh gut gebrauchen. Bereits vier Magier, die die Fähigkeit besessen haben, sich teleportieren zu können, wurden umgebracht. Remus Crux, der Ermittler des Sanktuariums, macht keine Fortschritte im Fall. Man muss ihm jedoch zugutehalten, dass es an den Tatorten außer den Leichen keine Spuren zu finden gibt. Peregrine, einer der beiden letzten überlebenden Teleporter, bittet daher Pleasant um seine inoffizielle Hilfe. Von ihm erfahren sie, dass vor 50 Jahren bereits einmal ein Teleporter ermordet wurde und dass Fletcher Renn, ein 17-jähriger Junge und ebenfalls Teleporter, vor einer Weile in Irland aufgetaucht ist. Er soll ungeübt sein und wollte sich von den anderen Teleportern nicht unterrichten lassen.

Eine Meereshexe am Todesort ermöglicht es den Ermittlern mit der Leiche des vor 50 Jahren verstorbenen Teleporters zu sprechen. Er wurde von einem Mann namens Batu getötet, der sich wohl für seine Forschungen über die Rückkehr der Gesichtslosen interessierte. Laut seinen Ergebnissen ist ein Teleporter in der Lage am richtigen Ort mit Hilfe eines Isthmus-Ankers ein Portal zur Dimension der Gesichtslosen zu öffnen. Durch dieses können sie auf die Erde zurückkehren und die Menschheit vernichten. Skulduggery und Walküre sind sich noch nicht sicher, ob Batu die Teleporter tötet, um die Gesichtslosen aufzuhalten oder zu unterstützen. Im Zweifelsfall gehen sie jedoch vom schlimmsten aus. Sie müssen nun schnellstmöglich das Portal und den Isthmus-Ankers, der die Verbindung zwischen den Dimensionen aufrechterhält, finden.

Hinweise von China Sorrows führen sie erstmal zum Versteck von Fletcher Renn, der mit der magischen Welt eigentlich gar nichts zu tun haben will. Zeitgleich trifft auch der Auftragskiller Billy-Ray Sanguine ein, der Jagd auf Fletcher macht. Billy-Ray ist ein alter und gefährlicher Widersacher von Skulduggery und Walküre, der in der Lage ist, sich durch Wände und Decken zu bewegen. Dank seiner Teleporterfähigkeiten kann Fletcher jedoch entkommen und wird von den Ermittlern an einen sicheren Ort gebracht. Weitere Informanten helfen den beiden dabei zu erfahren, dass hinter den Morden eine Gruppe namens Diablerie steckt und sich der Isthmus-Anker im ihnen versperrten Sanktuarium befindet.

In The Faceless Ones / Die Diablerie bittet zum Sterben überschlagen sich erneut die Ereignisse. Ohne Verschnaufpause geht es von einem Handlungsort zum nächsten. Bis es am Ende zum Kampf mit den Gesichtslosen kommt, den leider nicht alle Charaktere überleben. Diese Gegner sind einfach zu übermächtig für die Helden. Die sich zudem mit den Angestellten des Sanktuariums und Verrätern, die ihnen im entscheidenden Moment in den Rücken fallen, herumschlagen müssen. Aber umso größer die Herausforderungen, umso mehr Gelegenheiten für die Charaktere an ihren Aufgaben zu wachsen.

Mehrfach im Buch wird Walküre von Erwachsenen darauf angesprochen, dass ihr Leben mit Skulduggery und die damit verbundenen Gefahren nicht das Richtige für ein junges Mädchen ist. Es ist zwar nicht verkehrt, auch diesen Aspekt der Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren zu beleuchten, aber in so konzentrierter Form, wie es hier geschieht, ist es nicht unbedingt die beste Art. Das Buch kann mit vielen bekannten Charakteren der Skulduggery Pleasant-Reihe aufwarten und auch der Schneider Grässlich kehrt nun endlich zurück. Diese mit viel Liebe zum Detail ausgearbeiteten Figuren sind es, die den Büchern ihren besonderen Charm verleihen. The Faceless Ones / Die Diablerie bittet zum Sterben endet mit einem gewaltigen Cliffhanger für die gesamte Reihe, so dass der nächste Band, Dark Days / Sabotage im Sanktuarium, zur Pflichtlektüre wird.

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Cover Touch of Steel englisch

Claire Brooks, Agentin der Company, einer Organisation, die am Sturz des Britischen Empires arbeitet, ist auf der Jagd nach dem Mörder ihres Bruders Robert. Doch Stanton Howard, ein Meister der Verkleidung, ist ihr immer einen Schritt voraus. Bei einem Feuergefecht auf den Dächern Londons stürzt Claire und wird halbtot von den konkurrierenden Wardens of the Realm, die Britannien beschützen wollen, gefunden und versorgt. Um ihre Gefangenschaft zu beenden, bietet sie an, Geheimnisse und Agenten der Company zu verraten. Graf Huntley, der nach einer Gehirnwäsche selbst für einige Jahre für die Company gearbeitet hat und zu der Zeit Claires Liebhaber war, soll als ihr Fürsprecher agieren. Doch dessen Frau Arden ist gar nicht begeistert und so muss ihr gemeinsamer bester Freund Alastair Payne, der Graf von Wolfred, als Vertrauensmann herhalten. Alastair wurde gerade von einer feindlichen deutschen Doppelagentin das Herz gebrochen, so dass es ihm sehr schwer fällt, einer Frau sein Vertrauen zu schenken.

Claire weiß, wo sich Howard und der berüchtigte Doktor, der für Graf Huntleys grausame Manipulation verantwortlich war, aufhalten. Zusammen mit Alastair als ihrem Aufpasser reist sie nach Schottland. Während Alastair die beiden Company-Mitarbeiter festnehmen soll, ist Claire fest entschlossen, bei der sich ersten sich bietenden Gelegenheit Roberts Mörder zu töten, auch wenn sie dafür anschließend selbst von Alastair getötet wird. Während ihrer Reise erfahren die beiden immer mehr übereinander und nach und nach begreift Alastair Claires wahre Absichten. Er beschließt, alles zu unternehmen, um ihr Leben zu schützen, indem er sie von der Ermordung Howards abhält. In Schottland angekommen, können sie gerade noch den Doktor festnehmen, doch Stanton Howard ist bereits mit einem Schiff in Richtung New York aufgebrochen. Claire verzweifelt und sieht sich schon in die Gefängniszelle der Wardens in London zurückkehren. Doch kurzerhand erwirbt Alastair ein Unterseeboot und setzt mit ihr die Verfolgung fort.

Am späten Nachmittag können sie das Schiff einholen und mischen sich unter die Gäste an Board. Die einzige noch freie Kabine ist die Hochzeitssuite, mit der sie vorlieb nehmen müssen. Beim Kapitänsdinner hoffen sie Howard aufspüren zu können, doch vorher spürt die beiden Alastairs Mutter auf, die sich ebenfalls auf dem Schiff befindet. Ihr gegenüber stellt Alastair Claire als seine Verlobte vor. Schnell wird klar, dass Howard das Schiff nutzt, um Informationen an Agenten aus aller Welt zu verkaufen und sich dieser bei der Übergabe zu entledigen. Außerdem scheint er einen neuen Doktor gefunden zu haben, um sich ein neues Gesicht operieren zu lassen. Es beginnt ein gefährliches Spiel, bei dem niemand so recht weiß, wem er vertrauen kann.

Gleich zu Beginn von Touch of Steel besteht eine große Spannung zwischen Claire und Alastair. Beide sehen sich als gegnerische Agenten mit entgegengesetzten Ideologien und sind entschlossen, einander weder zu mögen, noch zu vertrauen. Schon bald wird daraus eine Hassliebe und keiner der beiden traut sich in der Gegenwart des anderen noch selbst. Zu leichtfertig lassen die beiden dem jeweils anderen gegenüber ihre verletzlichen Seiten durchscheinen, so dass die Sympathie zwischen ihnen schnell wächst. Sie entdecken, was dazu geführt hat, dass sie zu dem geworden sind, was sie heute sind. Dies wird glaubwürdig herübergebracht, wiederholt sich jedoch ein wenig zu oft. Über sehr lange Zeit wird die sexuelle Anspannung zwischen den beiden Hauptcharakteren aufrechterhalten. Die Beziehung dieser steht auch klar im Vordergrund der Geschichte. Nachdem Howard gestellt und sein Geheimnis gelüftet ist, beginnt Alastairs Kampf um Claire erst richtig. Als Leser erwartet man, dass es Claire und Alastair, trotz Claires Gefangenschaft bei den Wardens, irgendwie schaffen, am Ende des Buches eine gemeinsame Zukunft zu beginnen. Doch über das Wie kann man bis zum Schluss nur spekulieren. Die Steampunk-Welt ist zwar in Touch of Steel allgegenwärtig, aber nicht prominent in den Vordergrund gerückt. In diesem Band scheint sie für Kate Cross lediglich ein Mittel zum Zweck zu sein. Das Buch bewegt sich somit auf Höhe des Vorgängerbandes.

Lucas und Arden, die Hauptcharakter aus Heart of Brass, dem vorherigen Band, sind Nebencharaktere in Touch of Steel, während Kapitän Mac am Rande neu eingeführt wird. Dieser übernimmt zusammen mit Evelyn Stone, der aus den ersten beiden Büchern bekannten Ärztin der Wardens, die Hauptrolle des Folgebandes Breath of Iron.

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Cover The Reluctant Assassin englisch

Chevron Savano wünscht sich nichts sehnlicher als F.B.I.-Agentin zu werden. Doch ist die 17-jährige, indianischer Abstammung noch zu jung, um in Quantico aufgenommen zu werden. Außerdem hat sie bei einem Sonderprogramm für junge Ermittler Mist gebaut und fristet jetzt ihr Dasein in London, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Hier weiß sie nicht einmal, was genau sie Tag für Tag bewacht. Zusammen mit Agent Orange hütet sie eine Kapsel im Keller eines ansonsten unbewohnten Gebäudes. Bei einem gewaltigen Stromausfall überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Chevron wird in die Geheimnisse des W.A.R.P.-Projekts eingeweiht.

Agent Oranges Vater hat für das F.B.I. ein einmaliges Zeugenschutzprogramm erfunden. Mit Hilfe seiner Zeitmaschine werden Kronzeugen bis zum Prozessbeginn in der Vergangenheit versteckt. Doch als das F.B.I. laut darüber nachdenkt nun auch Terroristen vor ihren Anschlägen eliminieren zu können, flieht der Erfinder mit dem Masterschlüssel 100 Jahre in die Vergangenheit, um den Missbrauch seiner Maschine zu verhindern. Was Chevron monatelang bewacht hat, ist die Zeitkapsel in der er vielleicht eines Tages zurückkehren wird.

Womit der Zeitreisende Professor jedoch nicht gerechnet hat, sind der Auftragsmörder Albert Garrick und dessen widerwilliger Schüler Riley, die 1898 auf ihn angesetzt wurden. Nichtsahnend, dass sie es mit einem Mann aus der Zukunft zu tun haben, schleichen sie nachts in sein Haus und bis zu seinem Bett. Der junge Riley will kein Killer werden und steht hilflos vor dem schlafenden Mann, als dieser plötzlich aufwacht und Albert Rileys Arm mit dem Messer in Brust des Professors rammt. Plötzlich sieht Riley nur noch orange Lichter, fühlt seine Atome auseinander gerissen und findet sich zusammen mit dem Verstorbenen zu Füßen von Chevron wieder.

Agent Orange ist vom Tod seines Vaters nicht begeistert, aber mehr noch sorgt er sich um die Aufzeichnungen und Erfindungen, die in der Vergangenheit zurückgeblieben sein könnten. Falls sie von jemanden gefunden werden, könnte dies die Geschichte völlig auf den Kopf stellen. Mit einem bewaffneten Einsatzkommando folgt er dem Wurmloch ins London des 19. Jahrhunderts. Dort erwarten ihn bereits Albert und seine Messersammlung. Das Einsatzkommando ist in Windeseile niedergemacht und zusammen mit dem sterbenden Agent Orange reist Albert in die Zukunft.

Beim Durchqueren des Wurmlochs kommt es jedoch zu einem Energieabfall, der Agent Oranges Erinnerungen mit denen von Albert verschmelzen lässt. Nach dem Verlassen der Zeitkapsel kennt sich Albert nicht nur in der Zukunft perfekt aus, er hat zudem auch übermenschliche Fähigkeiten erlangt. Nun will er den Masterschlüssel von Chevron und seinem entflohenen Schüler Riley, um mit diesem zurück in die Vergangenheit zu reisen und sein neu gewonnenes Wissen einsetzen, um die Welt zu erobern.

Eoin Colfer hat für The Reluctant Assassin / Der Quantenzauberer einen interessanten Mix aus Charakteren erschaffen, die durch ihre abwechslungsreichen Facetten und menschlichen Stärken und Schwächen überzeugen können. Die Story beginnt gleich mit einem Mord und geht dann über in die wilde Flucht der beiden jungen Protagonisten. Nur um Haaresbreite gelingt es ihnen immer wieder nicht von Garrick ermordet zu werden, der ihnen unnachgiebig zusetzt. Bald enden sie in der Vergangenheit und Chevron fürchtet, dort für immer gestrandet zu sein, falls es ihr gelingt, Garrick zu entkommen. Die Geschichte hat ein durchweg hohes Tempo und Eoin Colfer gelingt es, das viktorianische London in all seiner Abscheulichkeit realistisch rüber zu bringen. Zwar kommt es zu einigen Sprüngen durch die Zeit und auch zu einigen Rückblicken der Charaktere auf ihre Jugend, dies macht das Buch jedoch nicht verwirrend, wie es bei anderen Werken teilweise der Fall ist. Leser von Eoin Colfers Airman werden sich über eine Rückkehr des Nebencharakters Otto Malarkey freuen. Der Epilog bietet einen kleinen Vorgeschmack darauf, dass in der Welt von W.A.R.P. noch einiges mehr vor sich geht, als Chevron und Riley vermuten.

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Cover The Science of Discworld IV Judgement Day englisch

An der Unsichtbaren Universität von Ankh-Morpork, dem führenden Institut für Magie auf der Scheibenwelt, ist man der Meinung, dass man ein richtig großes Experiment benötigt, um nicht zum Gespött der magischen Wissenschaftswelt zu verkommen. Vor einigen Jahren hat man, durch einen Unfall, das Rundweltprojekt erschaffen. Im Rundweltprojekt, eine fußballgroßen Kugel, die nun in einem Regal im Büro des Zauberers Rincewind Staub fängt, ist ein eigenständiges, magiefreies Universum entstanden. In diesem hat sich Dank des Herumfuchteln des damaligen Dekans sogar der Planet Erde und mit ihm zusammen Leben entwickelt. Auf so einem Erfolg kann man sich natürlich nicht ewig ausruhen. So arbeiten die Zauberer des Forschungstrakts für Hochenergetische Magie mehrere Jahre fleißig an einem neuen, noch spektakuläreren Projekt. Bei der feierlichen Inbetriebnahme kommt es jedoch zu einem überraschenden Zwischenfall. Die Londoner Bibliothekarin Marjorie Daw wird aus dem Rundweltprojekt auf die Scheibenwelt teleportiert. Um sicher zu gehen, dass im Gegenzug Nichts von der Scheibenwelt auf die Rundwelt gesogen wurde, will Erzkanzler Mustrum Ridcully den früheren Dekan, inzwischen selber Erzkanzler der konkurrierenden Universität von Pseudopolis und letztendlich verantwortlich für das Leben auf der Rundwelt, hinein schicken, um nach dem Rechten zu sehen. Begleiten soll ihn dabei der rundwelterfahrene Rincewind. Mit der Rundwelt scheint alles in Ordnung zu sein, jedoch hat sich auf der Scheibenwelt ein neues Problem ergeben. Denn die Priester einer Splittergruppe des Omnianismus verlangen die Herausgabe des Rundweltprojekts, das so sehr ihrem Weltbild entspricht. Der Fall landet vor Gericht und Marjorie Daw beschließt noch ein paar Tage auf der Scheibenwelt zu bleiben, um den Ausgang des Prozesses um das Schicksal ihrer Welt zu erleben. Der Prozess verläuft nicht nach den Wünschen der religiösen Fanatiker. Selbst ihr Gott Om erscheint und sagt gegen sie aus. So attackieren sie den vorsitzenden Patrizier und entführen die Rundwelt. Geistesgegenwärtig nimmt Marjorie die Verfolgung des Diebs auf.

The Science of Discworld IV Judgement Day / Das Jüngste Gericht enthält ein nützliches Vorwort, welches die Ereignisse in den bisherigen drei Bänden The Science of Discworld / Die Gelehrten der Scheibenwelt (Amazon Partnerlink), The Science of Discworld II The Globe / Die Philosophen der Rundwelt (Amazon Partnerlink) und The Science of Discworld III Darwin's Watch / Darwin und die Götter der Scheibenwelt (Amazon Partnerlink) zusammenfasst. Von denen ist der erste bereits 1999 erschienen. Anschließend wechseln sich Discworld / Scheibenwelt- und Wissenschaftskapitel ab. Wobei erstere immer um die fünf Seiten lang sind und letztere zwischen 15 und 30 Seiten umfassen. Das erscheint im Vergleich zu den Vorgängerbänden recht wenig und dem ist auch so. Vom ersten bis zum aktuellen Band hat der Anteil von Discworld / Scheibenwelt-Inhalt von 36% über 32% und 29% bis hin zu nun nur noch 21% abgenommen. Auf 316 Seiten Inhalt sind dies 66 Seiten Discworld / Scheibenwelt-Geschichte.

Die Wissenschaftskapitel beginnen mit einer Unterscheidung der Sichtweisen auf das Universum. Die eine ist auf den Menschen zentriert und die andere auf das Universum. Anschließend geht es weiter mit den unterschiedlichen Schöpfungsmythen und Weltbildern. Bei allen Themen wird ihre Entstehung, Verbreitung und Veränderung während der Menschheitsgeschichte betrachtet. Es werden einige der neusten Theorien und Erkenntnisse aus vielen verschiedenen Wissenschaftsbereichen präsentiert und diskutiert. Viele Kapitel beschäftigen sich mit dem Glauben, seinen Ausprägungen und seiner Entstehung. Auch die Evolution ist erneut eines der Hauptthemen.

Es ist schade, dass der Discworld / Scheibenwelt-Anteil erneut abgenommen hat, denn die erzählte Geschichte wäre in viele interessante Richtungen ausbaufähig gewesen und hätte auch davon profitiert, angesprochene Entwicklungen auf der Scheibenwelt näher zu erläutern. Beim Leser bleibt so ein Gefühl zurück, einige Jahre Entwicklung der Discworld / Scheibenwelt verpasst zu haben. Immerhin bietet sie einige überraschende Gastauftritte bekannter und zum Teil lange nicht aufgetauchter Charaktere. Der Wissenschaftsanteil ist ausführlich, mit gewohnt hohem Niveau, greift aber viele Themen der vorangegangenen Bände wieder auf. Es wirkt teilweise wie ein Update und weniger wie ein neues Buch. Lediglich der große Anteil über den Glauben ist so in den anderen Büchern noch nicht vorgekommen. Es wäre schön gewesen, wenn sie im vierten Band mehr unverbrauchte Themen angesprochen hätten.

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Cover The Fifth Elephant englisch

Im fernen Überwald wurde ein neuer Niederer König der Zwerge gewählt und überraschend wurde es nicht der Traditionalist Albrecht Albrechtson, sondern der eher modern eingestellte Rhys Rhysson. Dies führt zu Unruhe in den Zwergengemeinschaften im entfernten Ankh-Morpork. Auf den Straßen kommt es zu Rangeleien, doch wenn die Stadtwache auftaucht, will niemand etwas gesehen oder gehört haben. Viel wichtiger für die Wache ist jedoch herauszufinden, wer in das Zwergenbrotmuseum eingebrochen ist und dort die Replik der Steinsemmel gestohlen hat, auf deren Original der Niedere König traditionell gekrönt werden muss. Ein weiteres ungeklärtes Verbrechen kommt hinzu, als der Besitzer der Fabrik für Gummiprodukte tot in seiner Produktionsstätte aufgefunden wird. So kurz vor der Thronbesteigung wirkt beides äußerst verdächtig.

Da Überwald ein wichtiger Lieferant von Rohstoffen ist, entsenden andere Staaten ihre Botschafter zur anstehenden Krönungsfeier. In Ankh-Morpork hat sich der Patrizier Havelock Vetinari dazu entschlossen den Kommandeur der Stadtwache Samuel Mumm zu schicken. Dieser hat zwar überhaupt keine diplomatischen Erfahrungen und wenig Taktgefühl, hält aber den Titel Graf von Ankh und Titel sind wichtig in Überwald, insbesondere bei den Zwergen. Seine Frau Sybil ist begeistert von einem gemeinsamen Urlaub, damit ihr Ehemann auch mal die Arbeit ruhen lassen kann. Doch das Verbrechen folgt Sir Samuel wohin er auch geht. Schon auf der Kutschfahrt kommt es zu einem Zwischenfall mit mehreren Toten.

Um die Verhandlungen um die Rohstoffe soll sich der Sekretär Inigo Schaumlöffel kümmern, der Mumm von Anfang an merkwürdig vorkommt. Samuel selber soll nur repräsentieren. Um das Multikulturelle von Ankh-Morpork zu unterstreichen sollen ihn zudem noch drei Mitglieder seiner Wache begleiten, die zu Minderheiten in der Stadt, aber Mehrheiten in Überwald zählen. Der Patrizier hat dazu den Troll Detritus, die Zwergin Grinsi Kleinpo und den weiblichen Werwolf Angua ausgewählt. Doch Angua hat, ohne sich von der Wache oder ihrem Freund Karotte zu verabschieden, die Stadt bereits in Richtung Überwald verlassen. Gavin, ein befreundeter Wolf, hat sie aufgesucht, um sie über Probleme mit ihrer machthungrigen Familie zu informieren. Die Werwölfe unter Führung ihres Bruders Wolfgang planen zusammen mit ein paar Zwergen die Krönung zu manipulieren. Angua beschließt einzugreifen und ist sich nicht sicher, ob sie je wieder nach Ankh-Morpork zurückkehren kann. Um herauszufinden, was mit ihr los ist, verlässt Karotte ebenfalls die Stadtwache und folgt ihr nach Überwald.

In der Stadt zurück bleibt ein völlig überforderter Feldwebel Colon, der plötzlich die Wache leiten muss. Der Streß ist von Anfang an zu viel für ihn und Paranoia setzt ein. Nach wenigen Tagen hat er zwei Drittel der Wächter gefeuert und die restlichen zwanzig Männer versuchen ihm möglichst aus dem Weg zu gehen. Kurze Zeit später hat sich eine eigene Gilde gegründet, um gegen ihn auf die Straße zu ziehen.

The Fifth Elephant / Der fünfte Elefant ist kein Discworld / Scheibenwelt-Roman, den man ganz ohne Vorwissen lesen sollte. Zumindest einige der anderen Romane um die Mitglieder der Ankh-Morpork Stadtwache sollte man gelesen haben, sonst kann einen die Menge an Charakteren, deren Kenntnis vom Leser vorausgesetzt wird, leicht überfordern, da schnell viele neue dazu stoßen. Darunter zeichnen sich Lord Vetinari und Kommandeur Mumm ab, die in diesem Band zu absoluter Höchstform auflaufen. Durch wenige gezielte Worte gelingt es Vetinari die Ereignisse seinen Wünschen entsprechend zu steuern. Mumms erste wackelige Gehversuche in der Welt der Diplomatie bleiben bis zum Schluss amüsant. Schnell lernt er einige wichtige Regeln, doch letztendlich kommt doch immer wieder der Wächter in ihm durch, der auf diesem Schlachtfeld der gespielten Höflichkeit mit seinen offenen Worten und seiner Sturheit für viel Aufmerksamkeit sorgt. Das muss er auch, denn schließlich gilt es einen drohenden Bürgerkrieg zwischen den Zwergen zu verhindern. Dieser hätte Konsequenzen, die sich bis nach Ankh-Morpork auswirken würden. Kein Handel mit lebensnotwendigen Gütern könnte mehr stattfinden und alle Zwerge in der Stadt würden nicht mehr unter das Zwergengesetz fallen. Dies bedeutet für sie jedoch ihre gesamte Lebensart. The Fifth Elephant / Der fünfte Elefant liefert viele Einblicke in das Leben und Denken der Zwerge und der anderen Bewohner Überwalds, deren Leben sich sehr von dem in anderen bisher besuchten Teilen der Scheibenwelt unterscheidet. Nachdem im Vorgängerband Carpe Jugulum / Ruhig Blut! erstmalig ein Igor eine kleine Rolle spielte, wimmelt The Fifth Elephant / Der fünfte Elefant nun von ihnen und sie sind ein großer Spaß. Zudem erfährt man viel Persönliches zu Angua und Grinsi, die sich in den bisherigen Stadtwache-Büchern noch nie so tief in die Karten haben schauen lassen. The Fifth Elephant / Der fünfte Elefant ist voller cleverer und auch lustiger Wortspiele und vieler Erkenntnisse über das menschliche Verhalten in unterschiedlichsten Situationen, auch wenn die Akteure dabei nicht immer Menschen sind. Nicht nur das macht The Fifth Elephant / Der fünfte Elefant letztendlich zu einem der besten Romane der Discworld / Scheibenwelt.

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