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Cover Dodger's Guide to London englisch

Dodger's Guide to London / Jack Dodgers London Guide ist ein Begleitbuch zu Dodger / Dunkle Halunken. In ihm stellt Jack Dodger das viktorianische London vor. Berichtet wird vom Alltag der Armen und Reichen, von neuen Erfindungen, vom Gestank des Flusses, von der Sprache und der Währung, vom Essen und von vielen anderen Dingen, mit denen sich die Menschen damals herumschlagen mussten. Das Buch besteht aus kurzen Absätzen zu den Themen, Zitaten von Dodger und seinem Freund Solomon Cohen, Zeichnungen von Paul Kidby, Karikaturen, Fotos und Artikeln aus zeitgenössischen Zeitungen und Listen mit interessanten und humorvollen Fakten und Anekdoten.

Unter den vorgestellten Persönlichkeiten der Zeit sind vor allem diejenigen zu finden, auf die Dodger in Dodger / Dunkle Halunken persönlich trifft. Das Buch ist eine nützliche Ergänzung zum Roman und es empfiehlt sich, es vor der eigentlichen Geschichte zu lesen und diese so mit dem zusätzlichen Hintergrundwissen anzugehen. Besonders die Erklärungen zum viktorianischen Slang und den Münzeinheiten der Zeit können das Verständnis des Romans erleichtern. Dank seiner lockeren Aufmachung und seinem Fokus auf das Skurrile und aus heutiger Sicht Ungewöhnliche ist Dodger's Guide to London / Jack Dodgers London Guide ein unterhaltsames Büchlein, das man sich auch zur Gemüte ziehen kann, wenn man Dodger / Dunkle Halunken noch nicht gelesen hat.

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Cover Ministry Protocol englisch

Ministry Protocol ist eine Sammlung bestehend aus dreizehn Kurzgeschichten verschiedener Autoren zur Ministry of Peculiar Occurrences / Books & Braun-Reihe.

The New Recruit von Leanna Renee Hieber

Die sechzehnjährige Bettina Spinnett muss das Waisenhaus verlassen, in dem sie bisher gelebt hat. Allein und ohne eine Vorstellung, was sie nun tun soll, wandert sie durch die Straßen von New York, bis sie vor einem Haus eine große Anzahl an Geistern sieht. Anders als die Geister, die sie aus dem Waisenhaus kennt, leuchten diese in verschiedenen Farben und scheinen alle auf das Haus zu zeigen. Neugierig nähert sich Bettina dem Haus und will gerade an die Tür klopfen, als diese sich wie von selbst öffnet. Im Inneren erwartet sie Mrs Marsh, die von ihr wissen möchte, wieso sie das Haus, das dem Office of the Supernatural and Metaphysical, einem amerikanischen Ableger des britischen Ministry of Peculiar Occurrences, gehört, überhaupt sehen konnte. Dafür hat Bettina keine Erklärung, bittet aber dennoch um Arbeit und einen Platz zum Schlafen. Mrs Marsh gibt ihr eine Chance. Bettina soll für das O.S.M. ein übernatürliches Phänomen ihrer Wahl untersuchen, erhält dafür ein Aufzeichnungsgerät und zwei Tage Zeit. Bettina entscheidet sich sofort für die Geister, die sie hergeführt haben.

A Feast of Famine von Karina Cooper

In Irland scheint eine Art Pest ausgebrochen zu sein. Caitriona Kensington Kennedys Vater war eines ihrer Opfer. Mit ihm hätte sich Agentin Lobelia Snow in Galoway treffen sollen, doch nun muss sie mit seiner Tochter vorlieb nehmen, um die Ursache für die mysteriöse Seuche zu finden. Dabei stoßen sie auf eine alte Legende und blutige Rituale.

Chinoiserie von Tiffany Trent

Major Charles George Gordon soll in China Artefakte vor der Zerstörung retten, doch bei der Zerstörung eines Palastes ist er es, der die Truppen anführen muss. In dieser Nacht scheint mehr unterwegs zu sein, als für die einfachen Soldaten ersichtlich. Während das Gebäude in Flammen aufgeht, steht er für einen Moment dem Geist einer chinesischen Frau gegenüber, bevor er sich eine kleine Vase schnappt und den Palast verlässt. Auf seiner Seereise zurück nach England kommt es zu einem Zwischenfall mit einem Toten. Dieser scheint von einer Großkatze angegriffen worden zu sein.

Panther Nights von Glenn Freund

Im zentralamerikanischen Dschungel von Belize verschwindet Agent Edward Riches in einem Holzfällercamp. Hier hat er untersucht, wieso immer wieder Männer auf mysteriöse Weise ertrunken an Land aufgefunden wurden. Der eigentlich auf Jamaica stationierte Mathew Flowerdew soll herausfinden, was mit Riches und den Holzfällern passiert ist. Gleich in der ersten Nacht nach seiner Ankunft kommt es erneut zu einem Todesfall in der Nähe des Flusses.

New London Calling von Peter Woodworth

Agent Bernard Entwhistle ist zu seinem ersten Auslandseinsatz unterwegs in das amerikanische New London. Das kleine Städtchen entspricht so gar nicht seinen Vorstellungen und eine Verbindung zum majestätischen London in England aus dem er angereist ist, kann er auch nicht erkennen. Am Bahnhof holt ihn der junge Archivar Arthur Kraft ab, der dem Ministerium Berichte über eine von ihm aufgedeckte Verschwörung hat zukommen lassen. An der Sache scheint etwas dran zu sein, denn bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Büro bemerkt Bernard, dass sie beschattet werden. Dort angekommen fischt Arthur aus Unmengen unsortierter Papierstapel einen Beweis nach dem anderen für seine Theorie heraus. Scheinbar heißen alle Beteiligten Henry und sind sehr an Erdbeben interessiert. Bernard bevorzugt den direkten Weg und beschließt sich einen Henry vorzuknöpfen.

Where the River Shines von Dan Rabarts

In Neuseeland ist Lachlan King mit dem Mechaniker Barry Clankerton auf der Jagd nach einem Dieb. Dieser hat sich jedoch auf das Gebiet eines Maoi-Stammes zurückgezogen. Als sie bei der Verfolgung mit ihrem gepanzerten Traktor stecken bleiben und von den Maoi-Kriegern umringt werden, bleibt ihnen kaum eine andere Wahl, als sich zu ergeben. Barry darf am Wagen zurückbleiben und versuchen ihn aus dem Schlamm zu ziehen, während Lachlan zum Anführer des Stammes gebracht wird. Er ist wenig überrascht, als er an dessen Seite den Gesuchten sitzen sieht.

The Incident of the Clockwork Mikoshi von Lauren Harris

Agent Lawrence P. Dagenhardt ist eigentlich in Nagasaki stationiert. Er wird jedoch nach Kyoto gerufen, um die Ermittlungen von Tokiko Hanamura in einem Mordfall zu unterstützen, bei dem das Opfer, ein Uhrmacher, den Namen eines Gottes in seinem eigenen Blut auf den Boden geschmiert hat. In seiner Werkstatt finden die beiden Hinweise darauf, dass er vor seinem Tod an einem Wagen für einen gerade stattfindenden Festumzug gearbeitet hat. So macht sich das ungleiche Paar auf den Weg, um den Wagen aufzuhalten.

The Trouble with Phoenixes von Jared Axelrod

Professor Hephaestus Axelrod ist Erfinder für das Ministerium und geht derzeit mit Agentin Eliza D. Braun aus. Da das letzte Date nicht so gut lief holt er sich nun Ratschläge bei Wellington Thornhill Books, wie er mit Eliza einen schönen Abend verbringen kann. Da Wellington jedoch selber in Eliza verschossen ist, rät er Axelrod zu einem klassischen Konzert. Eliza ist entrüstet von dem schlechten Gesang, den sie stundenlang ertragen musste und um Axelrod im Gegenzug etwas leiden zu lassen, lässt sie ihn an einem Straßenkampf teilnehmen. Sein Gegner ist ein riesiger Kerl, der die ganze Nacht noch nicht einmal geschlagen wurde. Axelrods Bemühungen sich nach den Regeln der Gentelmen-Kampfkunst zu verteidigen, scheitern jedoch kläglich. Glücklicherweise hat er noch ein paar Tricks in seinem Ärmel, seiner Weste und seinem Hut versteckt.

The Boy, the Bomb and the Witch Who Returned von Alex White

Als kleiner Junge wird Vasily Zinchenko von der legendären Hexe Baba Yaga aus Russland nach London transportiert und im Schnee zurückgelassen. Glücklicherweise findet ihn der damalige Ministeriumsdirektor und kümmert sich um ihn. Dreizehn Jahre später ist Vasily Agent des Ministeriums und zu einer Mission in seiner alten Heimat unterwegs. Hier hat eine Gruppe von Männern ein gewaltiges Ungetüm konstruiert. Mit dieser schwer bewaffneten und gepanzerten Maschine wollen sie Petersburg vernichten. Als Vasily sich aufmacht die Wachen zu erschießen, sieht er durch sein Zielfernrohr plötzlich, wie sich eine bewaffnete Frau anschleicht und die Wachen erledigt.

Our Lady of Monsters von Delilah S. Dawson

Anne-Marie Bouvier arbeitet seit zwanzig Jahren als Bäckerin in Paris und träumt von einem spannenderen Leben. Als ihre Angestellte um Hilfe ruft, findet sie in ihrem Laden einen Mann von gorillahafter Statur vor, der sich ihr als Agent des Ministeriums vorstellt. Joseph Tipping ist nach Paris gekommen, um die mysteriösen Morde an drei Engländern zu untersuchen. Alle wurden vor Notre Dame gefunden und sind scheinbar durch einen Sturz aus großer Höhe ums Leben gekommen. An dieser Stelle ist die Kathedrale jedoch völlig unzugänglich. Das letzte Opfer hat am Abend vor seiner Ermordung eine Mischung aus Kabarett und Freudenhaus besucht. Anne-Marie beschließt dem Etablissement einen Besuch abzustatten.

The Mystery of the Thrice Dead Man von J. R. Blackwell

Beim Archivieren von abgeschlossenen Fällen stößt Wellington Thornhill Books mehrfach auf einen Namen: Dragomir Negrubine. Zuerst als Name eines mit Sklaven handelnden Zauberers in Zimbabwe, der erstochen wurde. Dann ein Jahr später als Werwolf in Schottland, der erschossen wurde. Und wieder ein Jahr später als Vampir in den Karpaten, der brennend von einer Klippe fiel. Books will der Sache nachgehen, doch Direktor Sound hat bereits andere Pläne für ihn. Er soll sich als Buttler ausgeben und mit seiner Kollegin, Doktor Blackwell, die Sicherheit eines Luftschiffes überprüfen, auf dem sich die reichsten Damen Englands aufhalten. Die beiden Agenten sind kaum einen halben Tag an Board und schon werden sie von Piraten geentert.

The Clockwork Samurai von Jack Mangan

Diese Kurzgeschichte ist die Fortsetzung der ebenfalls von Jack Mangan verfassten Kurzgeschichte Night's Plutonian Shore. Samurai Kuro ist in Kanada weit entfernt von seiner japanischen Heimat und sein neuer Auftraggeber Scharnusser stellt seiner Loyalität auf die Probe. Bei seiner letzten Mission mussten sie den Sohn von dessen Erzfeind entführen. Nun steht Agent Bruce Campbell vor der Festung, um über die Freilassung des Jungen zu verhandeln. Scharnusser lässt ihn von Kuro in eine Zelle werfen. Nachts wird Kuro von einem Alarm geweckt. Campbell ist entkommen und hat den Jungen befreit. Widerwillig nimmt er seine neuen Befehle entgegen: Die Flüchtenden aufhalten und nach Möglichkeit den Jungen vor den Augen seines Vaters töten.

A Nocturne for Alexandrina von Tee Morris

Irgendwie hat es Professor Culpepper Source geschafft, eine Audienz bei der jungen Königin Victoria zu bekommen. Alleine diese Tatsache fasziniert die Herrscherin des Britischen Empires. Doch der forsche Mann geht sogar so weit, sie um ein nächtliches Treffen zu bitten, alleine, in unauffälliger und warmer Kleidung, in einer Kneipe. Ein skandalöser Vorschlag, dem die Königin dennoch nachkommt und dazu bringt ihren eigenen Hofstaat mit Schlafmittel zu betäuben, um ungesehen den Palast verlassen zu können. Sollten sich die Absichten des Professors als unredlich herausstellen, würde das mit Sicherheit ihren Tod bedeuten.

Die Geschichten aus dem Sammelband spielen auf der gesamten Welt und beinhalten sehr häufig Begriffe aus der dortigen Kultur und teilweise Sätze in der Landessprache. Gerade die ersten Geschichten haben wenig Bezug zu den Romanen der Serie. Vor allem die Fokusierung auf Geister ist ein Thema, welches in den Romanen bisher nicht aufgetaucht ist. Die Geschichten weiter hinten im Buch entsprachen mehr meinem Geschmack. Gerade wenn bekannte Charaktere wie Books, Braun oder Blackwell auftauchen machen die Abenteur gleich mehr Spaß und fügen sich auch besser in die Welt der Ministry of Peculiar Occurrences / Books & Braun-Reihe ein. Bei einigen anderen hatte man das Gefühl, dass sie auch gut in einer beliebigen anderen Reihe hätten spielen können. Vermutlich ist für jeden Leser mindestens eine gute Geschichte mit dabei, doch für mich waren es auf die Gesamtanzahl gesehen leider zu wenige.

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Cover Raising Steam englisch

Als Dick Simnel noch ein kleiner Junge war, verstarb sein Vater bei einer Explosion in seiner Schmiede. Seitdem hat er den Traum, den Dampf, der seinen Vater das Leben gekostet hat, zu beherrschen. Dank einer umfassenden Schulbildung, findet er heraus, was damals schiefgelaufen ist und will es besser machen. Als er seiner Mutter den Prototypen einer Lokomotive vorstellt, hat sie zwar keine Ahnung, was sie da sieht, aber sie weiß, dass der Moment gekommen ist, um Dick das Erbe seines Großvaters zu überreichen. Dieser war fest davon überzeugt, dass aus dem Jungen mal etwas Besonderes wird und er dafür Geld gebrauchen kann. Gewappnet mit einer Kiste Piratengold sammelt Dick einige junge Männer aus dem Dorf um sich und lässt sie für sich in einer immer größer werdenden Scheune arbeiten, bis eines Tages ein stählernes und dampfendes Ungetüm durch die Tore fährt und die Bevölkerung von Swine Town verschreckt. Jetzt ist die Zeit gekommen, um nach Ankh-Morpork zu reisen und die Welt zu verändern.

In Ankh-Morpork findet Dick im Unternehmer und Multimillionär Harry King einen Investor, der angetan ist von seiner Erfindung. Auf dem Gelände seines Abfallunternehmens lässt er den jungen Mann eine Teststrecke errichten. Dies erweckt nicht nur die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, sondern auch die des Patriziers Lord Havelock Vetinari. Der Herrscher der Stadt ist sich noch nicht sicher, ob er das Unternehmen nicht lieber gleich im Keim ersticken soll. Vorerst übergibt er die Aufsicht jedoch an Feucht von Lipwig, der für ihn bereits erfolgreich die Post, die Bank und die Münzpresse der Stadt leitet und dessen Frau Adora Belle mit dem Klackernetzwerk das Kommunikationssystem der Scheibenwelt in den Händen hält. Kaum hat Feucht die Eisenbahn gesehen, kommen ihm viele Ideen, wie man damit Geld verdienen kann. Schon bald beginnt der Bau der ersten Gleisstrecke und es ist an Feucht, die einzelnen Landbesitzer zu überzeugen, dem Bau vor ihren Haustüren zuzustimmen.

Unterdessen macht sich Unruhe unter den Zwergen breit, die langsam auch auf den Rest der Welt überschwappt. Eine Splittergruppe von Grags, besonders hartgesottener Traditionalisten, verübt immer wieder Anschläge auf das Klackernetzwerk. Das Niederbrennen der Kommunikationstürme wirft ein schlechtes Licht auf alle Zwerge und lässt den Niederen König an einer guten Zukunft für sein Volk zweifeln. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn haben die Grags ein neues Ziel für ihre Anschläge gefunden, bei denen es nun auch zu Toten kommt.

Raising Steam / Toller Dampf voraus erzählt die Geschichte der Entwicklung und Verbreitung der Eisenbahn. Diese zieht sich über einen langen Zeitraum hinweg. Es wird gezeigt, wie Personen sich für das Phänomen begeistern und immer mehr Industriezweige mit einbezogen werden. Im Zentrum der Geschichte stehen Feucht von Lipwig, Harry King und Dick Simnel. Für Dick ist seine Eisenbahn und deren Weiterentwicklung sein Leben. Für Harry King ist sie die Möglichkeit sein Ansehen in der Gesellschaft positiv aufzuwerten, worauf seine Frau besonderen Wert legt. Außerdem hält er die Eisenbahn mit ihrem Schmutz und Stahl für einen äußerst männlichen Zeitvertreib. Feucht von Lipwig sieht Unmengen an Möglichkeiten und genießt es, im Zentrum des Geschehens zu stehen, auch wenn das bedeutet, dass Leute versuchen ihn zu töten. Schnell zieht die Eisenbahn Einzug in den Alltag der Bevölkerung und viele Charaktere und Orte aus den bisherigen Discworld / Scheibenwelt-Romanen finden Erwähnung oder bekommen in diesem Zusammenhang einen kurzen Auftritt.

Überraschend in Raising Steam / Toller Dampf voraus ist das Verhalten von Lord Vetinari, der immer wieder abgelenkt scheint und über sich selbst als Prinz spricht, vermutlich erneut in Anlehnung an Machiavelli. Das lässt das in den letzten Jahrzehnten aufgebaute Bild von ihm, als jemanden, der in absolut jeder Situation die Kontrolle beherrschen kann, leicht bröckeln. Gegen Ende des Buches, ist er wieder einigermaßen der Alte. Dieser tiefere Einblick ist zwar mal etwas Neues, lässt ihn aber auch ungewohnt menschlich und fehlerhaft erscheinen.

Über weite Abschnitte des Romans ist es schwer eine wirkliche Hauptperson auszumachen. Nach und nach drängt sich dann Feucht von Lipwig in den Vordergrund. Dieser erhält Gelegenheit sich weiter zu entwickeln und mehr über sich selbst zu erfahren. Dies lässt ihn nicht nur in der Ansicht der Leser, sondern auch in der von anderen Charakteren steigen. Raising Steam / Toller Dampf voraus ist ein gutes Buch, das von Anfang an interessant und unterhaltsam ist und gegen Ende dann richtig spannend wird, wenn die Situation mit den Zwergen sich zuspitzt. Es wirkt jedoch so, als gehe es in erster Linie um die technische Entwicklung, was den langen Zeitrahmen des Romans und die vielen auftauchenden Charaktere erklärt. Auf dem Weg zur dampfbetriebenen Scheibenwelt, werden viele moralische Themen angerissen. Das Endergebnis, ist dank der vorausschauenden Steuerung von Leuten wie Lord Vetinari und dem Glück von Feucht von Lipwig, äußerst positiv. Es wird aber auch sichtbar, wo es hätte schief gehen können und wie dadurch Gruppen hätten ausgebeutet werden können. Es ist also wieder mal ein Buch von Terry Pratchett, das zum weiteren Nachdenken einlädt, es aber dem Leser selbst überlässt, ob er dies tun möchte.

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Cover Words With Fiends englisch

Ihr letztes gefährliches Abenteuer hat Spuren hinterlassen an der New Yorker Buchhändlerin Darla Pettistone und ihrem Kater Hamlet. Zwar sind die äußerlichen Verletzungen verheilt, doch die psychischen Narben, die ihr gemeinsamer Überlebenskampf hinterlassen hat, sitzen tief. Darla nimmt zusammen mit ihrem jungen Angestellten Robert Selbstverteidigungsunterricht im nahegelegenen Karatestudio von Meister Tomlinson. Für Hamlet, der sich nicht einmal mehr dazu aufraffen kann, die Kunden zu malträtieren, hat sie einen teuren Katzenflüsterer bestellt. Dieser starrt Hamlet eine halbe Stunde lang an und verkündet dann, dass der Kater glaubt, versagt zu haben, als es darum ging, Darla zu beschützen. Er kann erst wieder zu seinem alten Selbst finden, wenn er in eine Situation gerät, in der er seine selbst wahrgenommene Schande wieder gut machen kann. Mit dieser hilfreichen Weisheit verlässt er auch gleich wieder den Buchladen.

Zumindest beim Karateunterricht scheint es besser voran zu gehen. Für die beiden Anfänger Darla und Robert steht die erste Gürtelprüfung an und Meister Tomlinson bietet den beiden nach der Unterrichtsstunde an, diese schon am nächsten Sonntagvormittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzulegen. Zwar sind die beiden nervös, nehmen das Angebot aber gerne an, um nicht vor der ganzen Klasse ihre Übungen vorzumachen und ihre gelben Gürtel schneller in den Händen halten zu können. Beim Verlassen des Studios werden sie Zeugen von gleich mehreren Auseinandersetzungen. Zum einen streitet sich Meister Tomlinson mit seinen beiden Stiefsöhnen, ebenfalls Schwarze Gürtel, die für ihn als Trainer arbeiten. Zum anderen ist eine Mutter sehr erbost, da ihr Sohn nicht zum anstehenden Turnier zugelassen werden soll. Er hat mehrfach gegen die Dojorichtlinien verstoßen und der Meister hat nun hart durchgegriffen.

Als Darla und Robert am Sonntag die Türen des Dojos erreichen, finden sie dort Meister Tomlinsons Hund heulend vor dem Eingang sitzen. Die Pforten sind unverschlossen und drinnen erwartet sie ein schrecklicher Anblick. In der Umkleidekabine liegt der Meister leblos am Boden mit einem schwarzen Gürtel um den Hals gewickelt. Wiederbelebungsversuche und der Notarzt können den alten Mann, der scheinbar Selbstmord begangen hat, nicht mehr retten. Darla und Robert sind erschüttert und besonders Robert ist wütend auf seinen Karatetrainer. Am nächsten Tag möchte jedoch Reese, Darlas Freund von der Polizei, mit ihr sprechen. Ein Selbstmord kann inzwischen ausgeschlossen werden, da große Mengen Gift in seinem Körper gefunden wurden.

In Words With Fiends bewältigen Darla und Hamlet ihre negativen Erfahrungen aus dem vorherigen Band. Erneut streut der Kater seiner Besitzerin Hinweise in ihren Alltag ein, die sie nicht so recht deuten kann. Was auch nicht verwunderlich ist. Selbst nachdem offenbart wird, wer die Morde begangen hat, ist das Motiv vorerst nicht ersichtlich. Wirkliche Hinweise auf die Beziehungen zwischen Täter und Opfer hat es für den Leser hat es zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben.

Zu dem mysteriösen Katzenflüsterer baut Hamlet scheinbar eine telepathische Verbindung auf, die es ihm erlaubt, diesem Nachrichten zu schicken, woraufhin dieser ab und zu bei Darla vorbeischaut, um ihr etwas auszurichten oder eine Leine für Hamlet vorbeizubringen. Diese Momente sollen vermutlich eine lustige Auflockerung darstellen und Hamlets Motivationen besser erläutern, wirken aber sehr weit hergeholt. Die Nebencharaktere entwickeln sich dafür in Words With Fiends gut weiter. Man erfährt etwas über Professor James Beziehungen und Freizeitaktivitäten, Jake geht ihrer Arbeit als Detektivin nach und Robert entpuppt sich als Hundefreund. In Darlas und Reeses Beziehung tut sich hingegen kaum etwas. Insgesamt bewegt sich das Buch auf dem Niveau der Vorgängerbände.

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Cover Curtsies & Conspiracies englisch

Sophronia Temminnick hat das erste halbe Jahr an Mademoiselle Geraldine's Finishing Academy for Young Ladies of Quality überstanden und nun steht ihre erste Zwischenprüfung an. Die jungen Damen aus ihrem Jahrgang werden dazu über mehrere Tage verteilt aus dem Unterricht geholt und einzeln in eine Prüfkammer geführt. Nachdem sie wiedergekommen sind, verlieren sie ihren Mitschülerinnen gegenüber jedoch kein Wort darüber, was dort passiert ist. Als Sophronia an der Reihe ist, sieht sie sich einer großen Maschine gegenüber gestellt, die ihr eine Aufgabe nach der anderen aufgibt. Zuerst soll sie Tee servieren, aus mehreren Gegenständen passende auswählen und geheime Nachrichten verschicken. Bei all ihren Aufgaben versucht sie stets auf versteckte Fallen und Gifte zu achten. Am Ende ihrer Prüfung bemerkt sie ein neuartiges Teil an der Maschine und steckt es ein, um es ihrer Freundin Vieve zu zeigen. Doch das hat fatale Konsequenzen für den Apparat, der vor den Augen ihrer Lehrerin in die Luft fliegt. Da diese jedoch die Ursache der Explosion nicht kennt, besteht Sophronia ihre Prüfung dennoch. Nicht nur das, sie erzielt sogar die höchste je vergebene Bewertung. Ein Umstand, den ihr ihre Mitschülerinnen und Freundinnen sehr übel nehmen und fortan nicht mehr mit ihr sprechen. Dabei hätte sie ihnen doch so viel Spannendes zu berichten. In der Kesselkammer hat sie erfahren, dass das Luftschiff, in dem sich die Akademie befindet, sich auf eine längere Reise vorbereitet. Als ihre Freundin Dimity per Brief zu einem heimlichen Date mit dem jungen Lord Dingleproops eingeladen wird, beschließt Sophronia die Feindseligkeiten ihr gegenüber zu ignorieren und ihr dennoch zu folgen, um sie notfalls beschützen zu können. Und genau so ein Notfall tritt dann auch ein, denn dem Oberdeck des Luftschiffes, auf dem Dimity auf ihren Verehrer wartet, nähert sich plötzlich ein kleines Luftfahrzeug mit zwei bewaffneten Männern. Sophronia eröffnet sofort das Feuer und kann sie vertreiben. Die gutgläubige Dimity glaubt jedoch, dass Sophronia ihr lediglich ihren Lord Dingleproops verscheucht hat.

Kurz darauf erfahren die Schülerinnen, dass sie mit samt ihrer Akademie nach London fliegen werden und auf ihrer Reise eine Handvoll männlicher Schüler der Bunson and Lacroix's Boys Polytechnique School für böse Genies mitnehmen. Unter diesen befinden sich Lord Dingleproops, Dimitys jüngerer Bruder Pillover und Felix Mersey, ein Junge, mit dem Sophronia bei ihrem letzten Abenteuer kurz getanzt hat. Bei ihren gemeinsamen Unterrichtsstunden beginnt Felix sogleich schamlos mit ihr zu flirten, trotz ihrer vehementen Versuche ihn davon zu entmutigen. Dimity muss inzwischen feststellen, dass die Einladung an sie gar nicht von Lord Dingleproops geschrieben wurde. Sophronia versucht herauszufinden, wer es warum auf ihre Freundin abgesehen hat und was hinter der mysteriösen Reise der gesamten Schule wirklich steckt.

Curtsies & Conspiracies glänzt erneut mit trockenem Humor, einem wunderbaren Ambiente und mit der Schlagfertigkeit seiner Charaktere. Es gibt weitere Begegnungen mit Figuren aus der später spielenden Parasol Protecectorate / Lady Alexia-Reihe, die nach und nach eingeführt werden. Dies gestattet Lesern der anderen Romane einen interessanten Blick in die Vergangenheit der Charaktere.

Sophronias Talent für die Spionage wird in Curtsies & Conspiracies nicht nur von ihren Lehrern erkannt, sondern auch von potentiellen zukünftigen Auftraggebern. Wobei sie sich selber fragen muss, für wen sie eigentlich bereit wäre zu arbeiten. Schon jetzt sieht sie sich immer wieder mit fragwürdigen moralischen Entscheidungen konfrontiert. Ebenfalls konfrontiert wird sie mit den Avancen von jungen Männern, die ihre kecke Art sehr ansprechend finden. Auch hier ist sie sich noch nicht sicher, was sie davon halten soll. Außerdem sind da ja noch jede Menge Verschwörungen, die es aufzudecken gilt und die ihre Zeit in Anspruch nehmen. Diese knüpfen an die Handlungsstränge an, die im Vorgängerband begonnen wurden und lassen auf ein die Reihe übergreifendes Gesamtthema schließen. Das Buch macht mit seiner spritzigen und spannenden Art auf jeden Fall eine Menge Lust auf mehr Abenteuer in der Finishing School.

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