Meine Bücherwürmer


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Cover A Just Clause englisch

Tricia Miles hat in ihrem Buchladen in Stoneham eine Lesung mit dem berühmten Thrillerautor Steven Richardson organisiert. Der Laden ist voll, doch der Autor ist noch nicht eingetroffen. Dafür tritt Tricia und Angelicas Vater John plötzlich durch die Ladentür. Für die Schwestern ist das kein willkommener Anblick, denn bei seinem letzten Besuch in Stoneham hat sich John ohne Verabschiedung verdrückt und dafür einen großen Stapel Rechnungen bei den örtlichen Händlern hinterlassen. Angelica hat sich um deren Bezahlung gekümmert und, da ihr die beiden Hotels in der Stadt gehören, dafür gesorgt, dass ihr Vater hier kein Zimmer mehr finden wird. Daher ist es kein Wunder, dass er jetzt bei seinen Töchtern um eine Übernachtungsmöglichkeit bettelt.

Dann trifft auch endlich der erwartete Autor ein und Tricia muss sich um den Bücherverkauf kümmern, während Angelica Kuchen verteilt. Von ihrem Platz hinter der Kasse kann Tricia beobachten, wie sich ihr Vater nach der Signierstunde mit Carol Talbot unterhält, die ihm plötzlich ins Gesicht schlägt. Als Carol wütend den Laden verlässt, kann Tricia ihren Augen kaum trauen, denn die aufgebrachte Frau schlägt auch noch Steven Richardson ins Gesicht.

Nach all den unerwarteten Ereignissen wollen Tricia und Angelica den Abend in der Bar gegenüber ausklingen lassen, doch Tricia bemerkt ein Buch auf der Straße. Als sie sich ihm nähert, erkennt sie Richardsons neuen Thriller und daneben die Leiche von Carol Talbot. Der Vorfall wenige Minuten zuvor in Tricias Laden macht ihren Vater und ihren Gastautor natürlich zu den Hauptverdächtigen und beide sind in den kommenden Tagen nicht aufspürbar. Tricia brennt darauf zu erfahren, was an diesem Abend vorgefallen ist und welche Verbindung zwischen Carol und den beiden Männern besteht, daher beginnt sie mehr über die Vergangenheit des Opfers herauszufinden.

Die Motive hinter den Morden bleiben am Ende des Romans leider etwas unklar. Der Fokus von A Just Clause liegt eher auf der Familie Miles und deren Problemen, so dass die Krimihandlung dahinter etwas in den Hintergrund rückt. Unter diesem Aspekt hat dieser Band der Cozy Mystery-Reihe ein wenig gelitten.

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Cover The Furthest Station englisch

Sergeant Jaget Kumar wendet sich an seinen Kollegen Peter Grant, weil ihm mehrere Berichte über Belästigungen in der U-Bahn aufgefallen sind, bei denen zum einen die Täter sich in Luft aufgelöst haben und zum anderen die Opfer nach nur zehn Minuten den Vorfall vollständig vergessen hatten. Keiner konnte sich auch nur mehr daran erinnern, die Polizei gerufen zu haben. Peter und sein Vorgesetzter Nightingale vermuten einen Geist auf der Metropolitan Line. Also holen die beiden sich Abigail und Jaget zur Hilfe und durchsuchen die Videoaufzeichnungen und durchkämmen die Züge. Bald wird klar, dass sie es nicht nur mit einem Geist zu tun haben. Dank Abigails Beobachtungsgabe können sie bald den Ursprungsort und das Zeitfenster der Geisterfahrer weiter eingrenzen. Peter zieht es immer weiter in den Norden aus der Stadt heraus.

In der Novelle The Furthest Station / Geister auf der Metropolitan Line kehrt Abigail in einer etwas größeren Rolle zurück, die vermuten lässt, dass sie in den Hauptromanen der Reihe in Zukunft ebenfalls häufiger anzutreffen sein wird. Mit den Romanen kann der kurze Text leider nicht mithalten. Obwohl die Geschichte nicht sehr lang ist, gelingt es ihr nicht, den Leser zu fesseln. Es werden mehrere Nebenhandlungen eingebracht, die entsprechend kurz ausfallen müssen, um der Haupthandlung noch Platz zu lassen. Deren Ende lässt dann auch noch viele Fragen offen.

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Dovetail

Tags: Crime
16.06.2018
Cover Dovetail englisch

Der siebenundsechzigjährige Bill Sawyer ist einer der talentiertesten Restaurateure in Somerset. In seinen Händen werden alte Möbelstücke wieder lebendig. Mit großer Detailtreue lassen seine Instandsetzungen kaputte und abgenutzte Antiquitäten wieder wie neu erscheinen. Davon hat auch der zwielichtige Darryl Skates gehört, der drei sehr seltene Stühle in seine Hände bekommen hat und nun von Bill verlangt, ihm daraus ein Viererset zu machen. Natürlich soll Bill über die Herstellung des vierten Exemplars absolutes Stillschweigen bewahren, denn Darryl will die Stühle als Originale an ein Museum weiterverkaufen. Ein Nein akzeptieren Darryl und sein finster dreinblickender Handlanger nicht und es werden auch recht offen Drohungen gegen Bills Enkelkind angedeutet.

Bill muss einen Weg finden, aus dem Deal auszusteigen. Um mehr über Skates zu erfahren, fährt er mit dem Zug nach London und hört sich dort unter seinen ehemaligen Antiquitätenhändlerkollegen um. Manny, ein Freund aus alten Tagen, findet heraus, dass Skates schon immer mit unlauteren Methoden gearbeitet hat. Aus einer Anklage wegen Brandstiftung kam er nur heraus, weil seine damalige Frau Lucy vor Gericht geschworen hat, dass er die gesamte Tatnacht bei ihr verbracht hat. Mit Hilfe von alten Zeitungsaufzeichnungen kann Bill die Frau in London aufspüren und hofft, dass sie hilfreiche Tipps im Umgang mit Skates hat. Doch Lucy leidet selbst noch immer unter dem, was ihr Mann und sein Handlanger ihr damals angetan haben und so ist es Bill, der ihr erst einmal weiterhilft. Es entsteht schnell eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, die bald darauf gemeinsam an einem Plan tüfteln, wie sie die Bedrohung durch Darryl Skates für immer loswerden können.

Der Autor hat es in Dovetail verstanden, ein Wechselbad der Gefühle zu nutzen, um den Leser an seine Geschichte zu fesseln. Bernard Pearson gelingt es, eine tiefe emotionale Bindung zu seinen Charakteren aufzubauen, die einen sehr mitfühlen lässt, wenn ihnen etwas Gutes oder Schlechtes passiert. In Kombination mit einer spannenden Handlung und einer liebevollen Beschreibung des englischen Landlebens und Bills Handwerk entsteht so eine wundervolle Geschichte. Wenn man ihn persönlich kennt, merkt man, wie viel von Bernard Pearson selbst in dem Roman steckt.

Dovetail wird derzeit nur über die Webseite zum Buch verkauft.

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Cover Foxglove Summer englisch

Im kleinen Ort Rushpool sind an einem Tag zwei Mädchen verschwunden und Inspector Nightingale schickt Constable Peter Grant los, um routinemäßig zu überprüfen, ob die Kinder nicht vielleicht für ein magisches Ritual entführt wurden. Also verlässt Peter London und sucht den in der Nähe von Rushpool lebenden, ehemaligen Zauberer Hugh Oswald auf. Nightingale hat im Krieg mit ihm zusammen gekämpft und es besteht die Möglichkeit, dass er noch immer heimlich praktiziert. Doch Hugh wird von seiner Enkeltochter gepflegt und ist inzwischen so alt und gebrechlich, dass er für niemanden eine Gefahr darstellen könnte. Die Enkeltochter kommt Peter jedoch etwas merkwürdig vor.

Auch wenn Hugh Oswald nicht involviert ist, möchte Peter trotzdem mithelfen und die Kollegen bei ihrer Suche nach den Kindern unterstützen. Mit dem Medienrummel, der im Ort herrscht, sind zusätzliche ausgebildete Polizisten gerade gern gesehen, selbst wenn sie sonst für die Abteilung der Londoner Polizei arbeiten, die sich ausschließlich um die ungewöhnlichen Fälle kümmert. Mit Nightingales Einverständnis meldet er sich also freiwillig.

Anfangs hilft Peter bei der Betreuung der Familien, doch als die Mädchen nach mehreren Tagen immer noch nicht gefunden wurden und neue Spuren ausbleiben, möchte der leitende Beamte nichts mehr unversucht lassen und bittet Peter sich den Fall einmal unter übernatürlichen Gesichtspunkten anzusehen. Schon bald findet Peter einen ersten Hinweis, denn die gefundenen Handys der Kinder wurden offenbar durch die Einwirkung von Magie zerstört.

In Foxglove Summer / Fingerhut Sommer begleitet der Leser Peter aufs Land. Statt der gewohnten Londoner Straßen muss sich der Held nun mit einspurigen Feldwegen und der Natur auseinandersetzen. Auch die Menschen an der walisischen Grenze sind ein anderer Schlag als in London. Doch bald findet sich Peter zurecht und kann sich auf die neuen, übernatürlichen Gefahren stürzen, die Rushpool zu bieten hat. Mit Nightingale steht er in diesem Buch nur telefonisch in Verbindung, so dass dieser und andere bekannte Charaktere aus der Reihe weniger prominent in Erscheinung treten. Das wirkt präventiv, um ein Einsetzen von Routine in der Reihe zu vermeiden. Auch wenn er selber nur indirekt in Erscheinung tritt, erfährt man in Foxglove Summer / Fingerhut Sommer doch wieder einige interessante Dinge aus Nightingales Vergangenheit. Das Ende des Buches kommt leider sehr plötzlich und ich persönlich hätte fünf Seiten mehr nicht schlecht gefunden, um einige schwierige Situationen im Anschluss an den Fall aufzuklären. Da stellt sich die Frage, ob Ben Aaronovitch selbst keine Antworten hatte und sich so einfach aus der Affäre gezogen hat.

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Cover Das Vorzelt zur Hölle deutsch

Das Vorzelt zur Hölle trägt den passenden Untertitel Wie ich die Familienurlaube meiner Kindheit überlebte. In dem Buch erzählt Tommy Krappweis von seinen Campingurlauben in den 1970ern. Das Buch war ursprünglich als Abrechnung mit seinem Vater Werner Krappweis, dieser zeigte sich jedoch begeistert von den Aufzeichnungen seines Sohnes und steuerte eigene Kapitel bei. Das Buch avancierte zu einem Familienprojekt, als sich Tommy Krappweis zudem noch von seiner Mutter dabei helfen ließ, die Kindheitserinnerungen aufzufrischen. So kehrten einige vielleicht in dem Moment als gar nicht so lebensbedrohlich empfundene Erinnerungen in größerer Klarheit zurück und fanden ihren Weg in das Buch.

In seiner frühen Kindheit sah der Urlaub für Tommy Krappweis immer gleich aus: Sein Vater belud den selbst umgebauten VW-Bus mit großen Mengen Campingausrüstung und Vorräten und dann ging es ab in den Süden. Tagelange Fahrten, bei denen sich der kleine Tommy die große Hitze im Bus einigermaßen erträglich machen musste, indem er mit dem Fuß ein Seitenfenster aufstemmte, während er sich mit einer Hand ein Ohr gegen den Lärm zu hielt, um an das andere einen Kassettenrekorder mit einem Pumuckl-Hörspiel zu pressen. Auf dem Dach heizten sich währenddessen die dort gelagerten Gasflaschen in der prallen Sonne weiter auf...

Nach circa vier Tagen hatte Werner Krappweis dann meist einen in seinen Augen ausreichend urigen Platz fernab jeglicher Zivilisation zum Campen gefunden und dann konnte auch schon das titelgebende Vorzelt zur Hölle unter großen Schmerzen aufgebaut werden.

Werner Krappweis und seine damalige Frau waren Campingliebhaber und konnten nicht verstehen, dass ihr Sohn ihre Leidenschaft so gar nicht teilen wollte. Während dieser lieber mit seinen Büchern allein gelassen werden wollte, wollte ihn sein Vater zu jeder Menge sportlichen Aktivitäten animieren, was leider selten gut ging. Die Badeausflüge endeten mit einem Quallenangriff oder einem langen Seeigelstachel durch den Fuß, die Bootstouren mit dem knappen entkommen eines Sturms und der Besuch des Schiefen Turms von Pisa mit einer jahrelangen Höhenphobie.

In Das Vorzelt zur Hölle beschreibt Tommy Krappweis zwar die skurrilsten Erlebnisse aus seinen persönlichen Urlaubserfahrungen, doch in der einen oder anderen Szene kann sich sicher jeder wiederfinden, der mit seinen Eltern in den Achtzigern Urlaub im Süden gemacht hat. Die beiden Autoren bedienen sich dabei eines lockeren und sehr unterhaltsamen Schreibstils. Das äußerst amüsante Werk verspricht ein paar Stunden guter Unterhaltung und schließt dabei sogar einen Kreis, wenn Tommy Krappweis im letzten Kapitel ohne Eltern beim Camping landet und dabei endlich seinen Vater verstehen kann.

Zum Buch erschien später auch einen animierte Serie (Amazon Partnerlink).

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